Alternativfläche muss stadtverträglich sein!

17. March 2017, Allianz für Dresden

Anderer Standort für Globus: Allianz für Dresden fordert dafür deutliche Reduzierung der Verkaufsfläche

Jetzt soll also die Stadtverwaltung der Globus SB-Warenhaus Holding eine andere Ansiedlungsfläche für ihren geplanten riesigen Supermarkt suchen. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadtratskooperation nun in den Stadtrat eingebracht. Die Allianz für Dresden, engagiertes und breites Bündnis für eine sinnvolle und kleinteilige Entwicklung der Leipziger Vorstadt begrüßt diese jüngste Entwicklung und damit die voraussichtliche Abkehr vom Standort Alter Leipziger Bahnhof. Allerdings findet es das Bündnis sehr seltsam, wenn eine Stadtverwaltung die Arbeit der Expansionsabteilung eines Handelskonzerns übernehmen soll. Bei der nun anstehenden Grundstückssuche muss, so das Bündnis, sorgfältig darauf geachtet werden, dass sich das Vorhaben ohne negative Auswirkungen in das Stadtgebiet einfügt. Eine Verkaufsfläche von 8.800 m2 ist an keiner Stelle in der Stadt stadtplanerisch, verkehrlich und im Hinblick auf kleine Einzelhändler verträglich. Auch ein Gesamtflächenbedarf - wie jüngst zu lesen - von 40.000 m2 ist kaum stadtverträglich umsetzbar. Maximal eine Verkaufsfläche von 3.500 bis 4.000 m2 sieht die Allianz als stadtplanerisch darstellbar an. Auch mehrere Quartierversorger mit 800 m2 wären in Ordnung. Dass Globus dies kann, zeigt sein kleinteiliger Frida-Markt in Saarbrücken.

Die Stadtratskooperation aus LINKE, SPD, Grünen sowie Piraten (RGR) folgt in Sachen Globus ihrem Kooperationsvertrag und will die Stadtverwaltung mit der Suche nach einem Alternativstandort beauftragen. Ob eine solche Fläche innerhalb der avisierten zwei Jahre gefunden wird, bleibt allerdings abzuwarten. „In jedem Fall ist es komisch, dass nun die Stadt in einer Bringschuld für Alternativgrundstücke ist“, hinterfragt Diego Schwarz, Leiter des Dresdner Kreisverbandes beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW), einem der Mitglieder der Allianz für Dresden, die jüngste Entwicklung. „Es ist schlicht unternehmerisches Risiko, wenn ein Projekt sich auf einer bestimmten Fläche nicht realisieren lässt. Um Alternativflächen muss sich da jeder Investor selbst kümmern.“

„In jedem Fall muss die Globus Holding für Dresden ihr auf Riesenflächen ausgerichtetes Geschäftsmodell ändern“, bekräftigt Schwarz. „Ein Riesenmärkt in der Größe von 10 Aldi-Märkten passt an keine Ecke der Stadt. Umgebende kleine Händler gingen kaputt, und der angezogene Autoverkehr würde zu einer enormen Belastung für die Anwohner. Daher muss die Stadt hier Schranken bei der Verkaufsfläche einziehen.“ Globus als weiteren Lebensmitteleinzelhändler in Dresden sieht die Allianz für Dresden durchaus positiv. „Wir haben nichts gegen das Unternehmen. Es muss nur stadtverträglich investieren und bauen. Hier sind wir uns mit Baubürgermeister Schmidt-Lamontain völlig einig. Kleine Nahversorgungsmärkte wären der richtige Weg“, so Schwarz. „Nicht umsonst hat der Stadtrat ja für die Leipziger Vorstadt eine Verkaufsflächenobergrenze von 800 m2 beschlossen.“

„Bei aller Suche nach Alternativstandorten wäre es gleichzeitig für den Stadtrat an der Zeit, das verfehlte Großvorhaben am Alten Leipziger Bahnhof per Aufhebungsbeschluss zu beerdigen“, wiederholt Schwarz die zentrale Forderung der Allianz für Dresden. „Das wäre konsequentes politisches Handeln. Das Zögern von RGR in dieser Frage ist nicht nachvollziehbar.“ Dies ist umso bedauerlicher, da sich dadurch auf dem technisch-historisch so wertvollen Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs auf absehbare Zeit nichts tut. Dabei gibt es zahlreiche vernünftige Nutzungs- und Planungsideen für ein kleinteiliges und gemischt genutztes neues Stadtquartier auf dem Areal. „Die Ideen des Pirnaer Architekten Jörg Möser und die prämierte Diplomarbeit von Maximilian Kunze sind realistische Konzepte und gehen respektvoll mit dem historischen Bahnhof um. Käme der Aufhebungsbeschluss, könnten diese Entwürfe zeitnah durch einen neuen Eigentümer umgesetzt werden und alles würde sich nicht so in die Länge ziehen“, so Schwarz abschließend.

Internet: www.allianz-fuer-dresden.de 

Blog: www.allianzfuerdresden.wordpress.com 

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