Globus-Ersatzflächensuche: Schon jetzt wird getrickst

24. April 2017, Allianz für Dresden

Antrag zur Suche noch gar nicht beschlossen, und doch versucht es der Investor schon mit Tricks

Ab Mitte des Jahres wird wohl die Stadt für Globus eine Ersatzfläche suchen und damit die Rolle der Expansionsabteilung des Einzelhandelskonzerns übernehmen. Es ist davon auszugehen, dass der entsprechende Antrag vom Stadtrat beschlossen wird. Übermorgen wird er im Stadtentwicklungsausschuss behandelt. Kurios ist nur, dass schon im Vorfeld von Firmenseite unverhohlen getrickst wird. Da ist von einer Grundstücksmindestgröße von 40.000 Quadratmetern die Rede, die angeblich im Beschlusstext steht. Außerdem soll das bestehende Riesen-Konzept eins zu eins die Grundlage bilden für die Grundstückssuche. Die Allianz für Dresden kritisiert diese Versuche von Globus, Stadtplanung zu einem Wunschkonzert in eigener Sache zu machen. Das Bündnis fordert den Investor erneut auf, für Dresden ein anderes Geschäftsmodell aufzulegen, weg von der Riesenfläche hin zu einer vernünftigen und stadtverträglichen Verkaufsflächenzahl von maximal 4.000 m2.

Im Antrag der Stadtratskooperation zur Ersatzflächensuche für Globus findet sich weder im Beschlusstext noch in der Begründung eine Festlegung auf die künftige Grundstücksgröße. Auch die Zahl 40.000 taucht nirgendwo auf. „Die 40.000 m2 sind eine reine Wunschvorstellung des Investors. Die Hoheit über die Stadtplanung haben aber immer noch Stadtverwaltung und Stadtrat“, bekräftigt Dr. Jochen Leonhard, Mitglied im Bundesvorstand des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) und engagiertes Mitglied in der Allianz für Dresden. „Hier wird unverhohlen der Versuch unternommen, Pflöcke einzuschlagen. Frei nach dem Motto: Ich wünsch mir was und die Stadt sucht es für mich. Doch eine Stadtplanung mit Augenmaß ist kein Wunschkonzert!“

„Innerhalb der Stadtgrenzen Dresdens wird sich kaum eine Fläche finden lassen, die in stadtplanerisch und städtebaulich verträglicher Weise einen Riesenkaufmarkt in der Größe von zehn Aldi-Märkten aufnimmt“, weiß auch Johannes Eikerling von der Planungs- und Sanierungsgesellschaft mbH Dresden-Pieschen, selbst Stadtplaner und Mitglied in der Allianz für Dresden. „Auch eine Grundstücksgröße von 40.000 Quadratmetern ist zweifellos illusorisch. Globus muss hier endlich kleinere Brötchen backen.“

Eikerling und Dr. Leonhard von der Allianz für Dresden appellieren an Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, das Stadtplanungsamt, das Umweltamt und das Amt für Wirtschaftsförderung, die mit der Ersatzflächensuche beschäftigt sein werden: „Bleiben Sie im Interesse der Stadt standhaft und verlangen Sie von Globus eine substantielle Reduzierung der Verkaufsfläche auf maximal stadtverträgliche 4.000 m2. Schließlich geht es doch darum, gewachsene kleinteilige Einzelhandelsstrukturen nicht mutwillig zu zerstören. Das bisherige Riesenflächenkonzept ist mit einer vernünftigen Stadtplanung nicht vereinbar. Auch wiederspricht es diametral allen landesplanerischen Vorgaben zu Einzelhandel im städtischen Umfeld und hätte massive negative Auswirkungen auf Verkehr, vorhandene kleine Einzelhändler und die jeweilige Nachbarschaft.“

Internet: www.allianz-fuer-dresden.de 

Blog: www.allianzfuerdresden.wordpress.com 

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