Knieperkohl in allen Varianten

Besucher der Knieperkohlwoche können das Prignitzer Nationalgericht genießen

Restaurantchef Dietmar Dahse (Quelle: Tourismusverband Prignitz / Thomas Wolf) serviert seinen Gästen im Restaurant „Der Kuhstall“ auf Dahses Erbhof frischen Knieperkohl.

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Winterzeit ist Knieperzeit! Das Kohlgericht gilt als Prignitzer „Nationalgericht“ und wird vor allem im Winter genossen. Während der Knieperkohlwoche vom 3. bis zum 12. Februar 2012 bieten zahlreiche Restaurants in der Prignitz den Knieper in unterschiedlichsten Varianten an.

Das Sauergemüse Knieperkohl, auch bekannt als „Knieper“ oder „Sur’n Hansen“, wird aus verschiedenen Kohlsorten, vor allem dem Markstamm- oder Braunkohl, hergestellt und meist mit Eisbein, Kassler, Lungenwurst oder Knacker sowie Kartoffeln serviert.

„Der Knieperkohl entstand im Dreißigjährigen Krieg: Durch Plünderungen und Seuchen im Krieg lebte in der Prignitz nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Bevölkerung. Im Winter aßen die Menschen sonst Sauerkraut, doch in dem verwüsteten Landstrich gab es wenig zu essen. So entschlossen sich die Prignitzer in der Not, blauen Stangenkohl zu säuern, der eigentlich Viehfutter war“, erläutert Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz. Als es wieder bessere Zutaten gab, ergänzte und verfeinerte man die Rezeptur. Heute besteht Knieperkohl meist aus Weißkohl, Grünkohl und Braunkohl zusammen mit Wein-, manchmal auch Kirschblättern. „Der Kohl wird kleingeschnitten und in Wasser aufgekocht, anschließend ausgedrückt, eingesalzen und schichtweise mit den Wein- und Kirschblättern in Steintöpfe gepresst und beschwert, so dass die Blätter unter der sich bildenden Flüssigkeit verbleiben und für vier bis zehn Wochen milchsauer vergären“, so Uwe Neumann abschließend.

Während der Knieperwoche widmen sich ausgewählte Prignitzer Restaurants noch intensiver dem Thema Knieper als sonst in den Wintermonaten. So wird beispielsweise die Gaststätte „Dörpkrog an Diek“ im Rühstädter Ortsteil Abbendorf am Freitag, dem 3. Februar ab 18.00 Uhr für zwölf Euro pro Person ein „Rustikales Knieperessen am Kamin in Omas Küche mit Geschichten rund um den Knieper“ veranstalten. Um Voranmeldung unter der Telefonnummer 038791/72 33 wird gebeten. Das Gasthaus „Zum Torwächter“ in Pritzwalk bietet zur Knieperwoche eine „Kniepertasche“ an. „Das ist Knieperkohl im Blätterteig mit Kassler“, erläutert Uwe Neumann. Weitere Informationen: Telefon 03395/7 59 60. Das Burgrestaurant Lenzen bietet anlässlich der Knieperwoche zwei Knieperkochkurse an: Die Kurse finden am Mittwoch, dem 8. Februar von 10.00 bis 16.00 Uhr sowie am Donnerstag, dem 9. Februar von 15.00 bis 21.00 Uhr unter Anleitung des Chefkochs in der Burgküche statt. Der Preis pro Person beträgt 29 Euro. Anmeldungen sind noch bis zum 31. Januar unter der Telefonnummer 038792/5 07 83 00 möglich.

Das Hotel an der Therme in Bad Wilsnack bietet am Samstag, dem 4. Februar ab 19.00 Uhr ein 4-Gänge-Menü zur Kohlspezialität aus der Prignitz an. Auch hier wird um Voranmeldung gebeten: Telefon 038791/80 870. Die Speisegaststätte „Deutsches Haus“ in Pritzwalk gewährt während der Knieperwoche einen Rabatt auf Kniepergerichte. Am 11. Februar ist zudem ein großer Knieperabend geplant. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 03395/30 42 16. Auch die Gaststätte „Zur Hexe“ in Groß Woltersdorf bietet in der Knieperwoche etwas Besonderes an: „Am Freitag, dem 3. Februar sowie am Samstag, dem 4. Februar gibt es ein ‚Knieperkohlessen satt mit Kassler, Kohlwurst und Beilagen’. Dazu trainiert ‚Gundi aus Berlinchen’ ab 20.00 Uhr als Helga-Hahnemann-Double, als Antonia aus Tirol und mit Bauchtanz die Lachmuskeln der Gäste“, so Uwe Neumann. Der Preis pro Person beträgt zwölf Euro. Anmeldungen sind unter den Telefonnummern 03395/31 00 16 oder 30 26 94 sowie 0174/94 20 054 möglich.

Den krönenden Abschluss der Knieperkohl-Saison bildet am 3. März 2012 der Sur´n Hansen-Markt in der historischen Altstadt von Perleberg. Auch hier gibt es allerlei rund um den in der Westprignitz als Sur´n Hansen bezeichneten Knieper zu verkosten und zu erleben.

Weitere Informationen gibt es unter www.kulinarische-prignitz.de sowie unter www.dieprignitz.de/knieperangebote.html.

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